Zdjęcie

Jestem husch z miasta Köln. Jestem Qyperem od 16-05-2008

Dodaj do kontaktów

Wyślij komplement

Moje firmy na Qype:
Bildhauer Hubert Schmitt

Statystyki
  • Recenzje: 2
  • Znajomi: 0
  • Zaproszenia: 0
  • Zamieszczone zdjęcia: 5
  • Zamieszczone video: 0
  • Kategorie do miejsc: 3
  • Stworzone wydarzenia: 0
  • Meldunki: 0
  • Otrzymane komplementy: 3
  • Niesamowita osoba:0
  • Zabawna recenzja:0
  • Zgadzam się z Tobą:0
  • Napisz więcej:0
  • Niesamowity przewodnik:0
  • Super grupa:0
  • Niesamowity profil:0
  • Fajne zdjęcie:0
  • Dobrze napisane:1
  • Bardzo pomocne:2

NewbieBadge BusinessOwnerBadge

Pokaż moje wszystkie odznaki: 2


Użytkownik husch nie ma obecnie żadnych kontaktów

Profil użytkownika husch na Qype

Bildhauer Hubert Schmitt - Klettenberg

Ölbergstr. 29, 50939 Köln

25-09-2008 (aktualizacja 02-12-2008)

Biographie 1951 Geboren in Waldberg/Röhn 1975-81 Studium der bildenden Kunst bei Prof. E. Fiebig, GHK Kassel 1975-81 Gruppe Metaller 1980 HbK Examen
seit 1987 Mitglied des Kunstbeirates der Stadt Kassel
seit 1990 Dozent für Form und Gestalten an der Werkakademie für Gestaltung, Kassel
seit 1992 Gruppe "Sehr sche"

Vom rechten Maß

Einer der ersten Ankäufe für die inzwischen vielgestaltig gewachsene Skulpturensammlung des Oberhessischen Museums im 1980 wiedereröffneten Alten Schloß von Gießen war eine Arbeit von Hubert Schmitt.

Die Arbeit ist aus viereckig gebogenen Stahlstäben zusammengeschweißt, die ein auf den Kopf gestelltes, nach oben offenes Würfelgitter bilden, in dem eine andere Würfelform verkleinert eingestellt ist. Die Arbeit steckt voller linearer und räumlicher Beziehungen, die, da sie im Kern aus lauter Raumecken besteht, bergen und verweisen, ein Muster voller Bezüge, in dem der Betrachter sich leicht fangen läßt.

Eine seiner jüngsten Großarbeiten im öffentlichen Raum besteht aus langgezogenen U-Bögen in Stahlrohr, die so ineinander geschachtelt sind, daß sie über dem Rund am Boden die Form eines "Wachhäuschen" bilden. Einblicke, Ausblicke, Öffnungen, Bergungen, Überfangen, Einfangen sind Qualitäten, dieser höchst einfachen Skulptur, die ein umschreitbares Relief bildet. Beide Arbeiten rufen eindringlich Maß, Maßstab, Proportion und Regelhaftigkeit wach, Tugenden, die verstärkt mit Beginn des 20. Jahrhunderts gefordert und herausgestellt wurden.

In Alfeld am Leintal, am Fuß der Sieben Berge, steht einer der Pionierleistungen im neuzeitlichen Industriebau, das 1911-1918 von Walter Gropius erbaute Fagus-Werk; gläsern, stählern, gradlinig. Damals war es Hoffnung für den arbeitenden Menschen, erfüllte den Wunsch nach lichten, sauberen Arbeitsbedingungen. Mit dem Diktum von Walter Gropius (geb. 1883), daß alle Künste der Architektur zu unterstellen seien, eine zunächst vernünftige Verzahnung von Zweck und Ziel, entwickelten sich bei gleichzeitiger Technisierung der Welt und Rationalisierung der Produktion und Lebensformen, Massenbau, Industriebau und solche Skulpturen, die analytisch in ihren Ansätzen, zeitgemäß in der Materialwahl und zivil sein wollten. Sie gingen auf die Bedürfnisse des Lebensalltags der Massengesellschaft ein. Dieser Zweig der Kunst geht den Schritt vom subjektiven Handwerklichen zur industriell orientierten Umweltgestaltung.

Konkrete Skulptur vor Parkhäusern ist eines aus der Fülle denkbarer und verwirklichter Ergebnisse. Zwischen dem Bildhauer Hans Uhlmann (geb. 1900), der konstruktivistische Figurationen von Tieren und Geräten schuf und Metallbildhauer Erich Hauser (geb. 1930), der ein vielgestaltiges und darum phantasievolles Vorgehen in der Metallskulptur erlaubt, bewegt sich mit Faltungen, Fächern und Toren aus Stahl Eberhard Fiebig, der, fast drei Jahrzehnte als Professor die Metallerklasse in Kassel leitete.

Aus seiner Werkstattgemeinschaft kommt Hubert Schmitt, dessen Gebilde leichter, linienhafter sind als die von Fiebig, der aber, wie sein Lehrer, das als Grundprinzip künstlerischer Ordnung einer ständig zum Chaotischen dringenden Welt entgegenhält. Dabei gab es, über Jahrhunderte rückzuverfolgen, innerhalb der Stile, immer Phasen prononcierter Ordnungen. Weit vor konstruktiven Tendenzen des 20. Jahrhunderts, etwa der des "de Stijl", den "Züricher Konkreten" oder verschiedenen Trends im Bauhaus, gab es Betonungen der Geometrie, gab es "Ingenieurkünstler".

Paolo Uccello (1397-1475) könnte man z.B. mit seinen Schlachten und Sintflutbildern anführen, in denen sein Ringen um die Stimmigkeit der Perspektivegesetze jede Illusion und Emotion eliminiert, so klar scheint alles auf die Zahlenverhältnisse und Systematisierung der plastischen Elemente in der Malerei bezogen. Vielleicht hat man ihn darum erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts verstanden. Es war und ist die Illusion und das Wagnis, daß die Logik für jedermann transparent sei, nachvollziehbar sei und - bestenfalls zu logischeren (geordneteren) Lebensverhältnissen führen möge. Hierin irrten auch Uccellos Zeitgenossen Brunelleschi (1376-1446), der Architekt und Donatello (1382?-1466), der Bildhauer, da sie hofften, daß einer auf die Proportionen des Menschen bezogene Architektur und Bildhauerei die Menschen hinaufziehen zum Besseren proportionieren könnte. In seinen an antiker Baukunst orientierten Architekturen legte Brunelleschi seinen Bauten regelmäßige geometrische und stereometrische Formen als Sinnbild in sich ruhender Harmonie zugrunde, beeindruckend zu sehen in der Pazzikapelle.

Donatello schuf die erste umschreitbare Freifigur seit dem Ausgang der Antike, den David in Bronze von 1430, der in Florenz im Bargello bewahrt wird. Unter der Nischenfigur des Hl. Georg für Or San Michele in Florenz findet sich sein erster Versuch eines linearperspektivischen Reliefs. In dieser kleinen Arbeit unter dem Hl. Georg tötet der ritterliche Heilige den Drachen.

Wir leben nicht in einer Zeit menschlicher Architektur, umso wichtiger, umso spannender ist der dauerhafte Versuch einiger Künstler, dem Chaos des Lebens ihr Dogma der Ordnung entgegenzusetzen. So sind diese Künstler Kinder des Archimedes von Syrakus (285-212 v. Chr.) und der Geometrie, die er, wie kein anderer Mathematiker und Denker seiner Zeit, eingesetzt hat.

Hubert Schmitt geht, wie eingangs beschrieben, in seinen Skulpturen von einem verhältnismäßig kleinen Spektrum geometrischer Formen aus, wir erwähnten die U-Formen, die Würfel-formen, Dreiecke, Ecken u.ä. sind dazu zu zählen. Er schweißt diese Formen aus Metallstäben und Metallrohren zusammen, er reduziert also sein Tun auf Material und Form und gewinnt aus jenen Ecken, Rahmen und U-Formen seine Gitterplastiken und Poiyederplastiken. Diese bewußte Begrenzung auf Winkelbögen und auch auf Metall ermöglicht ihm systematisch und in spielerischen Reihen zu erkunden und zu erproben, und darin erschließt er die Vielfalt an Skulpturen und skulpturalen Lösungsmöglichkeiten. Ein Ergebnis all dieser aus Geometrie gewonnenen Lösungsmöglichkeiten ist ihre Verkleinerung und ihre Vergrößerung und ihre konzeptionelle Verwertung in Addition und Reihung. Es ist nicht erstaunlich, wie breit die Lösungsvielfalten sind, denn, die Geometrie ist auch ein philosophischer Versuch gewesen, die Schöpfungsvielfalt zu beschreiben, zu erklären, wenn auch im rationalen und aufklärerischen Geist.

Die Kunst Hubert Schmitts hat möglicherweise auch einen Ursprung in der "Ingenieurkunst" des Vladimir Jewgrafowitsch Tatlin (1895-1956), der malerische Reliefs, Eckreliefs und Hängeplastiken schuf. Was aber ein Unterschied zu diesem russischen Künstler ausmacht, ist die Tatsache, daß in seiner gegenstandslosen Welt der Kunst, die Empfindung die Oberherrschaft, die Suprematie haben sollte. Solcher Suprematismus ist dem konkreten Anliegen der Kunst Hubert Schmitts eher fremd.

Schmitts Strenge und Disziplin kennt eine Vision. Der Variantenreichtum und Formenkatalog sucht und findet seine Anbindungen in Plätzen, Mauern, Architekturen und ist selbstverständlich ein ausstrahlendes Ideal für ein geprägtes, proportioniertes Außenbild unserer Welt. Das Maßvolle will eine Tugend sein. Da in seinen Skulpturen, als entscheidende Veränderungen seit dem 19. Jahrhundert, die Absage an Mythisches und Machtherrliches bestimmend ist, sind die Ordnungen, der gestaltete Raum, der Stadtraum und Lebensraum als liberale. undogmatische Möglichkeit angestrebt.

Natürlich wächst solche Kunst aus völlig veränderten technischen Möglichkeiten. Das Material Stahl, als Stab oder Rohr, verlangt nach Konstruktion - nach lngenieurtat - wie die Architektur mit der Industrialisierung des Bauens. In seinen Skulpturen finden wir, positiv wie negativ, auch den Zugang zu einer Typisierung und Normierung im Sinne einer kollektiven Durchbildung. Sie ist, ähnlich wie bei den "Bauhäuslern" als neue humane und soziale Komponente geschaffen. Angenehm rührt an den Arbeiten von Hubert Schmitt auch ihre Verspieltheit und Dichte an, ebenso ihre vorhandene Sinnlichkeit, trotz all der oben erwähnten technischen, methodischen, analytischen und gedanklichen Eigenschaften. So verweisen seine Skulpturen auf eine weitere Kindschaft in der Kunstgeschichte. Es ist die Maßstäblichkeit, die Ordnung und die Relation, die uns vor der Fassade von Santa Maria Novella in Florenz anrührt. Auch hier verliert sich kreatives Denken nicht in der Phantasie. Leon Battista Alberti (1404-1472), der humanistisch gebildete Baumeister Italiens, gibt uns an jener Stufe, in der die Ahnung der Unendlichkeiten die Menschen beunruhigt, jenes Maß, aus dem der Mensch lebt, wo er seinen Ort findet. Die Ordnungen der Kunst sind Möglichkeiten der Integration, der Heimfindung. Seine Schriften, seine Kunsttheorien, seine bahnbrechende Klassizität leben vom idealen Wert von Maß und Zahl. Und so sollten wir auch die Arbeiten Hubert Schmitts erkennen als ein ständiges Ringen um das rechte Maß, das den Gedanken der Würde des menschlichen Lebens, des Individuums zum Ziel hat.

In den Arbeiten von Hubert Schmitt lebt Symmetrie, Teilung, Proportion und Geometrie nicht als Norm, die uns normiert, sondern als klare Form, die bahnbrechend sein will.

Dr. Friedheim Häring

Forstbotanischer Garten und Friedenswald - Rodenkirchen

Schillingsrotter Str. 100, 50996 Köln

16-05-2008